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dosfridasklIm Rahmen des BE Unterrichtes der 7.KLassen (7A,7B) des G19 wurde heuer klassenübergreifend ein Foto-Kunstworkshop mit Susi Krautgartner, einer konzeptuell arbeitenden Fotografin abgehalten. Geplant und durchgeführt wurde der Workshop von Petra Suko und Lilli Kern, den jeweiligen BE-LehrerInnen der Klassen. Gefördert wurde das Projekt von Kulturkontakt Austria.

Der Hauptfokus in der künstlerischen Arbeit bei Krautgartner liegt in der Selbstinszenierung, das Selbstportrait beschäftigt sie seit Jahren, wie  es unschwer auf ihrer Internetseite: www.susikrautgartner.com als auch auf der Seite www.109.at zu erkennen ist, wo ihr konzeptuelles Fotoprojekt dokumentiert ist.

Ihre frühen Arbeiten spielen mit Rollen, Inszenierungen, die uns aus Filmrollen, Werbespots, Plakaten, Alltagsbildern im Kopf sind. Es ist oft ein spielerischer Umgang mit Darstellung, Abbildung, Echtheit und Fälschung,  Original und Kopie („fake“).

Das Selfie in unserer Zeit von Smartphone und Social Media ist aus unserer Welt nicht mehr wegzudenken. Die Selbstdarstellung in Posen und Momentaufnahmen ist bei Susi Krautgartner zu einem Kunstkonzept geworden, das auch mitmischt in der Welt der großen Kunstzitate. Die Kunstgeschichte wird bei ihr noch einmal wachgerufen, aufgerollt. Es ergeben sich ganze Folgen von Querbezügen. Angefangen mit Ikonen der Kunstepochen wie Marcel Duchamp, Leonardo da Vinci, Andy Warhol oder  Salvador Dali geht es dann weiter zu den Vorreitern der feministischen Gegenwartskunst wie Frida Kahlo, Cindy Sherman, Marina Abramovic, VALIE EXPORT oder den Guerilla Girls.

Die Inszenierung wird somit zum Spiegel und Auge der Darsteller und Betrachter, zur Reflexion über Geschichte, Zeit, Bedeutung, eine Bezugnahme, zu einer Herkunft des Bildes; gleichzeitig hat sie  Witz und Humor, so als ob die Kunstgeschichte nochmal durch den Kakao gezogen würde mit Perücken und Schmäh.  So als ob man sich in der Kunst seine Position in der Reibung mit dem Original und der Wiederholung  hin zu einem individuellen, neuen, innovativen Standpunkt, nur über den eigenen Körper aneignet. 

Abgesehen von der konzeptuellen Einbettung der Arbeiten kommen auch sehr persönliche, intime Themen herein, Verletzung, Empowerment, Themen, die anknüpfen an Sandro Botticelli, Dominique Ingres oder Rene Magritte und doch eine Kernaussage in der Gegenwart finden auf einer Internetplattform, der Galerie unserer Zeit.

Susi Krautgartner hat in ihrem Schülerworkshop ihre Arbeitsweise an Hand von Projektbeispielen erklärt. Die Nähe der Kunstarbeit zur alltäglichen Inszenierung auf Kommunikationsplattformen hat es manchen SchülerInnen etwas erschwert die Aussagen hinter den subtilen Anspielungen und assoziativen Kunstwerken herauszulesen. 

Wie ein Filter läßt das Objektiv, sei es Handy oder Spiegelreflexkamera, nur die Essenz eines Augenblicks durch, komprimiert, verschlüsselte Bausteine der Kunst und Teile der Persönlichkeit selbst.

Nach dem Vortrag in der ersten Einheit gab es einen Arbeitsauftrag an die Schülerinnen, ein Kunstwerk auszuwählen, das sie als Ausgangspunkt für ihr appropriiertes Selbst- oder Gruppenportrait hernehmen würden. Wichtig war auch ein wenig Recherche über Künstler und Werk zu betreiben.

Nach einer Vorstellungsrunde von Ideen, arbeiteten alle in Kleingruppen an ihrem Werk. Kulissen, Schminke, Perücken, Kostüme, Attribute, Hintergründe konnten frei gewählt werden ; Innenraum und Außenraum waren erlaubt, auch die Dunkelkammer und der Schulhof, Klassenzimmer und BE-Saal wurden benutzt.

Es durften Kameras aller Art verwendet werden, auch digitale Nachbearbeitung war erlaubt;

Nach zwei Stunden intensiver Arbeit versammelten sich alle Gruppen wieder, um die Arbeitsergebnisse abzugeben und zu präsentieren. Es gab eine Jury,die zum Ziel hatte, dass sich die Schüler gegenseitig bewerten konnten. Zwei Arbeiten kamen in die Stichwahl, „Michael“ und „Flaggenhissen auf Hiroshima „.
Siegerprojekt war „Flaggenhissen auf Hiroshima“ nach Iwo Jima von Paul Pietsch, Leon Schumer, Daniel Weiss und Markus Ullrich aus der 7A. Auf den zweiten Platz kamen Michael Moritz und Max del Re aus der 7B mit ihrer Fotoinszenierung in der Dunkelkammer nach Ferdinand Waldmüllers „Junge Dame am Putztisch“. Auf Platz drei kamen ex equo zwei Damenduos. Hannah Gartner und Victoria Marschalek aus der 7A mit  „Die zwei Fridas“ nach Frida Kahlo und  „Die Raucherinnen“ , inspiriert von Kiki Kogelnig , ausgeführt von Franziska Bushina und Rosa Thenius.

Mag.Petra Suko


 

1.)Paul Pietsch, Leon Schumer, Daniel Weiss, Markus Ullrich nach Joe Rosenthal, Hissen der Flagge auf Iwojima (Raising the Flag on Iwo Jima), 1945.

Flaggenhissen 

2.)Michael Loritz, Maximilian del Re nach Ferdinand Waldmüller, Eine junge Dame am Putztisch, 1837.

MichaelLoritz

3.)Hannah Gartner und Victoria Marschalek,7A nach: Frida Kahlo, Die zwei Fridas (las dos Fridas), 1939.

dosfridas

4.)Franziska Buschina, Rosa Thenius, 7B nach Kiki Kogelnik, Die Raucherinnen, 1973.

Franzisak Rosa Raucherinnen

5.) Alexander Novak, Marko Djordjevic, Christoffer Dejaco, Zeno Gerhardus, 7A nach Leonardo da Vinci, Mona Lisa, 1503-1517.

Mona Lisa2

6.)Anna Kalwoda, Veronika Kalwoda , Vojvodic Savina, 7A/7A nach Ferdinand Waldmüller, Abschied von den Eltern, 1854.

Waldmüller

7.)Amina Harambasics, Naemi Konnerth, (Max Del Re), 7B nach Marianne Stokes: "Death of the maiden", (1855-1927).

ohne Foto

 

8.) (Helena Hassek, Bianca Böck, 7B nach Walt Disney: Cinderella, 1950; nicht verwirklicht)