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UnknownDie letzte Schulreise ist schon etwas Besonderes. Schüler und Lehrer kennen einander, respektieren einander und haben einen offeneren Umgang miteinander, als noch in den Jahren zuvor. Das und noch vieles mehr durfte die 8A vom 18. bis 22. Oktober auf der Kulturreise mit Herr Prof. Schwarz und Frau Prof. Danner nach Pompeij erleben.

 

Mi. 18.10. Abflug und Sorrent

Noch nicht einmal am Flughafen und schon gab es für einige die ersten Komplikationen. Weil der CAT in der Station Flughafen Schwechat Feuer gefangen hatte, mussten die mit ihm anreisenden Schüler und Lehrer auf regionale Busse und Taxis umsteigen. Zum Glück hatten wir dennoch genug Zeit bis zum Boarding, sodass alle rechtzeitig eintrafen. Ab in den Flieger und wenig später landeten wir pünktlich um 16:10 in Neapel. Dort wurden wir von diversen Kleinbussen abgeholt und in das schöne aber abseits gelegene Hotel gebracht. Außerhalb Pompejis gab es zwar nicht viel, aber uns blieb in den Folgetagen sowieso keine Zeit und Energie, um die Gegend zu erkunden. Nach kurzem Ankommen und Einräumen ging es dann auch schon wieder auf nach Sorrent, einem naheliegenden Küstenort. Wir benutzten eine Linie der Circumvesuviana, wie die Regionalbahnen in der Gegend am Golf von Neapel heißen. Spät aber dennoch kamen wir dann an und haben uns von den Professoren zu einem netten Abendspaziergang durch den lieblichen Ort verführen lassen. Danach gönnten wir uns eine Stärkung, bevor wir den Weg zurück ins Hotel antraten. Erschöpft von Flug und den ersten Eindrücken und mit einem vollen Bauch fiel das Einschlafen dann nicht sonderlich schwer.

 

Do. 19.10. Pompei und Villa Oplontis

Um 8:30 begannen unsere Beine wieder zu gehen. Nicht viel später erreichten wir dann schon die Ausgrabungen. Gleich bei der Ankunft merkte man, dass im Vergleich zu vielen anderen antiken Ausgrabungsstädten sehr viel erhalten und rekonstruiert ist. Man braucht zwar für die nicht wieder aufgebauten Dächer ein bisschen Vorstellungskraft, aber trotzdem wird durch die Mauern und die Ausmaße der Ausgrabungsstädte ein weltweit einzigartiges Abbild der damaligen Stadtbilder geboten. Zum Glück hatten Frau Prof. Danner und Herr Prof. Schwarz die Highlights herausgesucht sonst hätte man sicherlich ein bis zwei Tage dort verbringen können. Wir sahen unter anderem das „HAVE“ und das „Cave Canem" Mosaik, das Theater, die Arena, das Forum Zivile und vieles mehr. Die ebenfalls sehr gut erhaltenen Straßen waren sehr interessant. Man kann überall sowohl durch größere Steine hervorgehobene Zebrastreifen, als auch Fahrrillen für die Wägen mit Einheitsbreite sehen. Weil man in Pompeij aber nur als angemeldeter Reiseführer Führungen organisieren darf, wurden uns Referate zugeteilt, sodass wir trotzdem die wichtigsten Details erfuhren. Am späteren Nachmittag fuhren wir dann noch eine Station Richtung Neapel, um die Villa Oplontis zu betrachten. Es wird vermutet, sie war Eigentum der Poppea, Neros Frau. Die Villa ist riesengroß und lag damals noch direkt am Meer. Eine Fläche von 3000 m2, ein 60mx17m großer Pool und eine Menge an Fresken sind nur wenige der vielen Dinge, die der Villenprototyp der damaligen Zeit zu bieten hat. Allerdings verbrachten wir nicht sonderlich viel Zeit dort, da unsere hungrigen Mäuler zurück zum Hotel wollten. Das restliche Tagesprogramm bestand nur noch daraus, in das Hotel zu fahren und dort im gemütlichen garten des Hotels gemeinsam zu picknicken.

 

Fr. 20.10 Herculaneum und Neapel

Der dritte Tag der Reise begann ähnlich wie der zweite, nur dass wir mehr Zeit hatten, um uns auszuschlafen und zu frühstücken. Wir brachen erneut zu unserer kleinen Zugstation auf, um den Zug nach Neapel zu nehmen. Wir fuhren allerdings noch nicht in das Stadtzentrum, sondern stiegen außerhalb, bei der Station „Ercolano Scavi“ aus. Von dort ging man bergab in Richtung Meer, welches man schon in der nahen Ferne sehen und in der Luft spüren konnte. Herculaneum lag damals ja direkt am Meer, was ebenfalls veranschaulicht, welche Massen an Lava und Vulkangestein auf die Umgebung herabgedonnert sein müssen. Von der zum Meer nächsten Stelle der Ausgrabungen waren es sicher noch mehrere hundert Meter bis man ans Wasser kam. Was Herculaneum im Vergleich zu Pompeij ausmacht, und es mir auch näher bringt als die bekanntere Stadt, sind die überschauliche Größe, die Liebe für Details, die Erhaltung von vielen originalen noch aus der Zeit stammenden Baumaterialien und der Fakt, dass in Herculaneum auch mehrstöckige Häuser erhalten und rekonstruiert sind. Vor und nach der Besichtigung gab es noch kurze Übersetzungspausen und eine Mittagspause, bevor wir zurück zur Bahnstation marschierten. In Neapel stand uns dann der circa einstündige Weg zum Nationalmuseum bevor, der uns jedoch durch die wunderschöne, aber leider heruntergekommene Altstadt Neapels führte. Denn Neapel ist eine der wenigen Städte Europas, in der das Stadtzentrum einer der ärmsten Teile der Stadt ist. Nach einem durch die Differenzen zu Wien beeindruckendem Spaziergang kamen wir unversehrt im Nationalmuseum an. Dieses bot ein großes Angebot an antiken Statuen, Fresken und Gegenständen aus dem alltäglichen Gebrauch. Nach einem Durchgang mit den Professoren bekamen wir Zeit, um das Museum nach eigenem Interesse zu erkunden. Den Abend verbrachten wir noch in Neapel. Wir wurden bei der Via’Toledo, der bekanntesten Einkaufsstraße entlassen um Abend zu essen. Dies passte wunderbar, da zur Zeit ein multikultureller Markt mit vielen Essständen stattfand, bei denen man sehr gut und im Vergleich zu Restaurants billig essen gehen konnte. Danach stand noch der diesmal beschwerlichere einstündige Weg zurück zum Bahnhof an, der uns zeigte, wie rücksichtslos manche Mopedfahrer in der Stadt unterwegs sind. Um 21:10 Uhr kam dann unsere Circumvesuviana. Eine Halbe-, Dreiviertelstunde später kamen wir dann im Hotel an.

 

Sa. 21.10. Vesuv und Paestum

Der letzte ganze Tag der Reise war angebrochen, und was für ein Tag es werden sollte. Der Morgen begann fast genau gleich wie Donnerstags, da wir um halb 9 in Richtung der Ausgrabungen aufbrachen. Dort befand sich nämlich die Busstation der öffentlichen zum Vesuv führenden Linie. Allerdings gab es diverse Verzögerungen und Wartezeiten, weshalb wir erst um 9:40 losfuhren. Um 10:50 kamen wir dann bei der obersten Station an, was einigen genügend Zeit ließ, um im Bus ein Nickerchen zu halten. Von dort hatten wir aber noch ein gutes Stück Weg vor uns, um am tatsächlichen Krater zu stehen. Eine halbe Stunde Fußweg später hatten wir dann erfolgreich den Vesuv bestiegen, und der Ausblick, der sich uns bot, war atemberaubend. An der Diesigkeit der vorherigen Tage hatte sich nichts geändert, was einem das Gefühl gab über einem Wolken- und Nebelmeer zu stehen. Man konnte Neapel, das Meer und Pompeij trotzdem erkennen. Dort hatten wir auch die wahrscheinlich exotischste Übersetzungseinheit unseres Lebens. Man übersetzt schließlich nicht alltäglich auf dem Gipfel eines städtevernichtenden Supervulkans. Gegen viertel zwei fuhren wir dann mit dem Bus zurück zu den Ausgrabungen, wo wir bis 14:40 Uhr Mittagspause hatten. Danach gingen wir zur Bahnstation und fuhren in das eineinhalb Stunden entfernte Paestum. Der Ort außerhalb der Ausgrabungen hat zwar wenig zu bieten, diese sind aber wunderschön. Noch dazu kamen wir in den Genuss die monumentalen Tempel im Sonnenuntergang zu betrachten. Was für eine Stimmung! Allerdings machte sich die Erschöpfung aller Beteiligten langsam deutlich sichtbar, weshalb die Besichtigung eher locker angegangen wurde. Nichts desto trotz bekamen wir von den Highlights genug zu sehen. Leider wurden wir dann Aufgrund der Öffnungszeiten gebeten, das Areal zu verlassen. Manche ließen sich noch zu einem kurzem Museumsbesuch verleiten, bevor dieses wenig später auch seine Tore schloss. Kurz vor 8 kam dann unser Zug zurück nach Salerno, wo wir auch bei der Hinfahrt umsteigen mussten. Um 9 konnten wir dann weiter nach Pompeij weiterfahren. Bei unserer Ankunft „daheim“ war es schon ziemlich kalt, weshalb die Entscheidung, noch gemeinsam Abendessen zu gehen, manchen schwer viel. Zum Glück fanden wir ein gut gelegenes Restaurant, bei dem wir alle sehr gut und sättigend essen konnten. Das bezahlen stellte einen der beiden Tische noch vor eine größere Herausforderung als erwartet, bevor wir in Windeseile zum Hotel marschierten. Nach 15 Stunden kamen wir dann um kurz vor Mitternacht an.

 

So. 22.10. Schlafen und fliegen

Am letzten Tag wurde uns erneut ein angenehmer Morgen erlaubt. Wir mussten erst um Dreiviertel 10 fertig sein um den Bus zum Flughafen zu erwischen. Wir konnten uns ausschlafen und in Ruhe frühstücken. Danach ging es allerdings Schlag auf Schlag und ehe wir uns versahen saßen wir schon am gleichen Gate wie bereits 4 Tage zuvor. Um zehn vor 12 begann das Boarding. Wir flogen zwar eine etwas verlängerte Viertelstunde zu spät los, scheinbar hatten wir allerdings günstige Windverhältnisse, da wir überpünktlich in Schwechat landeten. Noch eine kurze, sehr nette Abschlussrede von Herr und Frau Prof., bevor wir endgültig entlassen wurden.

 

Im Namen der 8A nochmals vielen Dank an Herr Prof. Schwarz und Frau Prof. Danner für die Organisation dieser unvergesslichen Reise! Es war eine anstrengende, aber abwechslungsreiche, spaßige und vor allem informative Reise.

 

Liebe LeserInnen! Falls Ihnen dieser Bericht nicht genügend Information über die Projekttage gibt oder Sie sich einfach noch ein bisschen entertainen möchten, gibt es ein Video Tagebuch (https://www.youtube.com/watch?v=FXdaFOIZY2c) über diese und auch über viele andere Reisen der 8A, erstellt von Julia Autengruber.

 

Geschrieben von Felix Hanisch