Richard Kuhn wurde am 3. Dezember 1900 in Wien geboren. In seiner Klasse am Döblinger Gymnasium war auch Wolfgang Pauli, der 1945 den Nobelpreis für Physik erhielt.
Kuhn studierte Chemie an den Universitäten Wien und München. Er war 1926 bis 1929 Universitätsprofessor für Allgemeine und Analytische Chemie an der ETH Zürich. Danach wurde er Leiter des Instituts für Chemie an dem neu gegründeten Kaiser-Wilhelm-Institut (seit 1950 Max-Planck-Institut) für medizinische Forschung in Heidelberg, 1937 übernahm er auch die Verwaltung dieses Instituts.
Kuhn erforschte „theoretische Probleme der organischen Chemie“ (Stereochemie der aliphatischen und aromatischen Verbindungen; Synthesen von Polyenen und Kumulene; Konstitution und Farbe; die Säure von Kohlenwasserstoffen) sowie ausgedehnte Felder in der Biochemie (Carotinoide, Flavine, Vitamine und Enzyme).
Für einen Zeitraum von zwanzig Jahren untersuchte Kuhn Verbindungen mit Doppelbindungen, welche sich als sehr interessant in Verbindung mit der Untersuchung der chemischen Natur erwiesen. Er entdeckte acht neue dieser Arten und schaffte es, ihre Strukturen zu analysieren. Er führte auch wichtige Arbeiten über das Vitamin B2 und das Vitamin B6 durch. Für seine Arbeit in diesem wichtigen Bereich wurde Richard Kuhn 1938 mit dem Nobelpreis der Chemie ausgezeichnet.
Kuhn erhielt zahlreiche weitere Ehrungen und Auszeichnungen in Anerkennung seiner Arbeit, außerdem erhielt er den Ehrendoktortitel der Technischen Hochschule in München (1960), der Universität Wien (1960), der Universität St. Maria, Brasilien (1961).
Kuhn war auch Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Akademien, Gesellschaften und Organisationen in allen Teilen der Welt. Außerdem war er Präsident der Gesellschaft Deutscher Chemiker, Vizepräsident der Max-Planck-Gesellschaft und Herausgeber von „Liebigs Annalen der Chemie“. 
Richard Kuhn verstarb am 1. August 1967 in Heidelberg.

In dieser, von einem Schüler verfassten Kurzbiografie, wird nicht auf das Naheverhältnis Richard Kuhns zum Nationalsozialismus und zu NS-Verbrechen hingewiesen.
Der Antisemit Kuhn entließ bereits 1933 jüdische Mitarbeiter und denunzierte „nichtarische“ Kollegen. Er war Mitglied des NS-Lehrerbundes und ab 1938 „Führer“ der Deutschen Chemischen Gesellschaft“.

Ab 1943 arbeitete er an der Erforschung von Giftgasen. In diesem Zusammenhang war Kuhn über die Menschenversuche der Nationalsozialisten informiert. Am 27. Januar 1944 war er einer der Teilnehmer an der Mycel-Tagung im Reichsrüstungsministerium. Bei dieser Tagung wurde über Versuche berichtet, KZ-Häftlinge mit diesem Zelluloseabfallprodukt zu ernähren.

Kuhn war Namensgeber für die 1968 gestiftete Richard-Kuhn-Medaille, die alle zwei Jahre von der Gesellschaft Deutscher Chemiker verliehen wurde.

Im Jahr 2005 beschloss der Vorstand der Gesellschaft, diese Medaille nicht mehr zu verleihen, da sein Verhalten in der Giftgasforschung und gegenüber seinen jüdischen Kollegen in der Zeit des Nationalsozialismus Kuhn als Vorbild disqualifiziere.

Richard Frey wurde in einer jüdischen Familie am 11. Februar 1920 in Wien geboren und ging ab 1930 am Döblinger Gymnasium zur Schule, bis er im April 1938 kurz vor der Matura aufgrund der nationalsozialistischen Rassengesetze von dieser Schule ausgeschlossen wurde. Er maturierte am G 9 in der Wasagasse, die eine sogenannte „jüdische Sammelschule“ war.
Da ihm die Verhaftung durch die Gestapo drohte, floh er aus Österreich und gelangte über Umwege 1939 nach China. Dort schloss er sich dem Widerstand gegen die japanische Armee an. 1944 wurde er Mitglied in der Kommunistischen Partei Chinas. In Folge darauf arbeitete er als Arzt an der Front der Roten Armee und bildete zusätzlich sanitäre Hilfskräfte aus. Nach Gründung der Volksrepublik China 1949 blieb er dort und nahm 1955 gemeinsam mit rund hundert weiteren Ausländern die chinesische Staatsbürgerschaft an.
In seinem Beruf spezialisierte er sich zunehmend auf die Seuchenbekämpfung und wurde 1962 Berater für dieses Gebiet an der Chinesischen Medizinischen Akademie. 1983 war er einer der elf ehemals ausländischen Experten, die von der KP zu Mitgliedern der Politischen Konsultativkonferenz des chinesischen Volkes ernannt wurden. Ab 1987 leitete Richard Frey die Einrichtung der ersten Computerdatenbank für medizinische Fachartikel in China.
Am 16. November 2004 starb Richard Frey in Peking und am 21. Februar 2006 wurde für ihn eine Gedenktafel am Döblinger Gymnasium enthüllt. Sie beinhaltet auch einen Text von Bundespräsident Dr. Heinz Fischer.

Raoul Auernheimer wurde am 15. April 1876 in Wien geboren. Er war mit dem jüdischen Schriftsteller und Staatstheoretiker Theodor Herzl (1860 – 1904) verwandt. Im Jahr 1900 schloss er sein Rechtsstudium ab. 1906 heiratete Auernheimer Irene Leopoldine Guttmann aus Budapest, mit der er eine Tochter hatte und erhielt noch im selben Jahr eine Beschäftigung bei der Neuen Freien Presse. Er schrieb als Feuilletonist für das Burgtheaterreferat, in dem auch kleine schriftstellerische Arbeiten von ihm veröffentlicht wurden. 1923 übernahm er die Leitung des eben gegründeten P.E.N.-Clubs, einer Schriftstellervereinigung, die er bis 1927 innehatte und bei der er danach als Vizepräsident tätig war.
Im März 1938 wurde er verhaftet und mit dem sogenannten „Prominententransport“ in das KZ Dachau gebracht. Ende des Jahres 1938 wurde er auf Intervention des US-amerikanischen Generalkonsuls, welcher auf Bitte des Schriftstellers Emil Ludwig handelte, freigelassen. 1939 gelang ihm die Emigration nach New York. Dort arbeitete er weiterhin in Verbindung mit österreichischen Schriftstellern und Organisationen.
Am 6. Jänner 1948 starb Raoul Auernheimer in Oakland, Kalifornien.
Von seiner literarischen Produktion waren vor allem seine Dramen zu Lebzeiten ziemlich erfolgreich.
Einige Werke: Casanova in Wien (Komödie, 1924) Die linke und die rechte Hand (Roman, 1927); Franz Grillparzer. Der Dichter Österreichs (Biographie, 1948); Das Wirtshaus zur verlorenen Zeit (Autobiographie, 1948).

Otto Neurath wurde am 10.Dezember 1882 in Wien geboren, studierte von 1902 bis 1906 zunächst in Wien und dann in Berlin Mathematik, Geschichte, Philosophie und Ökonomie.
Ab 1916 leitete Neurath die auf sein eigenes Betreiben eingerichtete Abteilung für Kriegswirtschaftslehre im österreichischen Kriegsministerium und war gleichzeitig Direktor des Kriegswirtschaftsmuseums in Leipzig. 1917 habilitierte er sich für politische Ökonomie in Heidelberg, die in Aussicht gestellte Dozentur für Nationalökonomie wurde ihm jedoch 1919 verwehrt.
In der Münchner Räterepublik war er Präsident des Zentralwirtschaftsamtes und wurde deshalb nach deren Ende im Mai 1919 wegen Hochverrats zu eineinhalb Jahren Haft verurteilt. Er wurde allerdings vorzeitig entlassen und nach Wien abgeschoben.
Dort organisierte er den Siedlungs- und Kleingartenverband zur Selbsthilfe gegen die Wohnungsnot. Unter seiner Leitung wurde das Konzept eines Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseums entwickelt.
Zusammen mit dem Grafiker Gerd Arntz entwickelte er die Isotype, die Wiener Methode der Bildstatistik. Schon kurz nach ihrer Veröffentlichung kamen und kommen diese Piktogramme in Zeitschriften und Ausstellungen weltweit bis heute zur Anwendung.
Otto Neurath gehörte dem linken Flügel des Wiener Kreises als Vertreter eines pragmatischen, wissenschaftstheoretischen Ansatzes an.
Nach dem Bürgerkrieg im Februar 1934 kehrte Neurath, der sich zu dieser Zeit in Moskau befand, nicht mehr nach Österreich zurück, sondern emigrierte nach Den Haag. Nach der Invasion der Nationalsozialisten in Holland flüchtete Neurath nach England und wurde interniert. Britische Kollegen und Emigranten, darunter Albert Einstein, setzten sich für Neurath ein. Er kam 1941 frei und hielt Vorlesungen über Logischen Empirismus und Sozialwissenschaften an der Universität Oxford.
Am 22.Dezember 1945 starb Otto Neurath in Oxford.

Er wurde am 21. September 1927 an Wien als Sohn des Beamten und Schriftstellers Eduard Kehlmann geboren. Sowohl sein Vater als auch seine Mutter waren getaufte Juden. Durch Dokumentenfälschung – Originaldokumente wurden bei einem Archivbrand vernichtet, wodurch neue Dokumente ausgestellt werden mussten – deklarierten sich Michael Kehlmanns Eltern als sogenannte „Halbjuden“, um die Nazi-Zeit besser zu überstehen. Aufgrund seiner Widerstandstätigkeit wurde er 1944 bei einem abendlichen Treffen verhaftet und in ein Nebenlager des KZ Mauthausen, dem Lager Maria Lanzendorf, gebracht.
Er absolvierte 1945 die Matura und studierte anschließend an der Universität Wien Germanistik und Philosophie. 1950 begann er zusammen mit Helmut Qualtinger und Carl Merz, im von ihm geleiteten „Kleinen Theater im Konzerthaus“ Kabarett zu spielen. Daraus entstand die heute als „Namenloses Ensemble“ bekannte Kabarettgruppe, zu der dann später Gerhard Bronner, Peter Wehle, Georg Kreisler, Louise Martini und viele andere Mitglieder stießen. Von 1950 bis 1953 leitete er das „Kleine Theater im Konzerthaus“ und inszenierte an den verschiedensten Häusern in Österreich, Deutschland und der Schweiz, am Theater in der Josefstadt und am Wiener Burgtheater.
Michael Kehlmann verließ 1953 Wien und ging zum NDR als Fernsehregisseur. Für über 100 Fernsehfilme zeichnete er sich im Laufe seines Schaffens verantwortlich. Seine zweiteilige Verfilmung von Joseph Roths Roman "Radetzkymarsch" aus dem Jahr 1965 wurde zu einem internationalen Erfolg. Er drehte auch eine Reihe von Spielfilmen, darunter „Kurzer Prozess“ mit Helmut Qualtinger (1967) und „Nichts als Erinnerung“ mit Paula Wessely in der Hauptrolle (1973).
Michael Kehlmann war der Vater des Autors Daniel Kehlmann („Die Vermessung der Welt“).
Er verstarb am 1. Dezember 2005 in Wien.

Konrad Bayer wurde am 17. Dezember 1932 in Wien geboren. Nach der Matura begann er 1951 eine kaufmännische Ausbildung und war bis 1957 als Bankangestellter berufstätig. Im Nachkriegs-Wien versuchte Bayer an die Avantgarde anzuknüpfen und sie wiederzubeleben. Ähnlich wie im Nachkriegsdeutschland herrschte in Österreich ein Klima der Verunsicherung darüber, welche Literatur überhaupt zu lesen sei, nachdem im Nationalsozialismus große Teile der Literatur als „entartet“ gegolten hatten und man nun andererseits auch die im Nationalsozialismus propagierte Literatur mied.
Avantgardistische Literatur, wie sie Konrad Bayer schrieb, wirkte daher provozierend. Sachlich unternahm der avantgardistische und experimentelle Umgang mit Literatur und Sprache den Versuch, Sprachroutinen aufzubrechen, sprachlich transportierte Ideologismen aufzudecken und sogar das Bewusstsein auf diese Weise von Denkgewohnheiten zu befreien.
Im art-club, dem Forum der Wiener Avantgarde der Nachkriegszeit, lernte Bayer H. C. Artmann und Gerhard Rühm kennen. Gemeinsam mit Oswald Wiener und dem später dazugekommenen Friedrich Achleitner formierten sie sich ab 1954 zur „Wiener Gruppe“, die zwischen 1957 und 1959 ihre öffentlichkeitswirksamste Phase hatte.
Dokumentarischen Charakter besitzen die Experimentalfilme von Peter Kubelka und Ferry Radax, die unter Mitwirkung von Bayer entstanden. Bayer nahm sich am 10. Oktober 1964 in Wien das Leben.

Karl Gröger war als Schüler im Verein der sozialdemokratischen Mittelschüler tätig und studierte später Medizin an der Wiener Universität.
Nach dem sogenannten „Anschluss“ im März 1938 floh Gröger nach Amsterdam, wo er sein Medizinstudium fortsetzte. Als die Wehrmacht im Mai 1940 Holland überrannte, musste Gröger zur deutschen Armee einrücken, wurde jedoch nach wenigen Monaten gezwungen, die deutsche Uniform auszuziehen, weil er als sogenannter „Vierteljude“ für „wehrunwürdig“ erklärt wurde.
Gröger schloss sich der Widerstandsbewegung des Bildhauers Gerrit van den Veen an und nahm in der Nacht auf den 28. März 1943 an einem Anschlag auf das Amsterdamer Zentralmeldeamt teil. Karl Grögers Widerstandsgruppe drang als Polizeitruppe getarnt in das Gebäude ein, betäubte die Wachmannschaft, brachte diese in Sicherheit und sprengte das Gebäude. Tausende Karteikarten von Holländern, denen die Deportation ins KZ oder zur Zwangsarbeit drohte, wurden ein Raub der Flammen.
Gröger konnte zunächst in einem Bauernhof untertauchen, brachte aber die SS durch ein Telegramm („Alles in Ordnung“) an seine Freundin Truus van Essen auf seine Spur.
Die Gestapo verhaftete ihn und brachte ihn ins Amsterdamer Polizeigefängnis. Er wurde am 14. Juli 1943 vom SS- und Polizeigericht in Den Haag zum Tode verurteilt. Ein Gnadengesuch wurde vom Reichsführer SS Heinrich Himmler abgelehnt. Gröger wurde kurz darauf von einem Kommando der Sonderpolizei in den Dünen von Amsterdam erschossen. Vor seiner Hinrichtung erklärte Gröger seinem Anwalt in der Gefängniszelle: „Vielleicht hat mein Leben so doch mehr genützt, als wenn ich Arzt geworden wäre“.
Yad Vashem verlieh 1986 an Karl Gröger posthum die Ehrenmedaille der „Gerechten der Völker“.

Karl Buresch wurde am 12. Oktober 1878 in Groß-Enzersdorf geboren und ist der einzige Bundeskanzler, der am Döblinger Gymnasium maturierte.

Seine politische Laufbahn in Kürze:

  • 1909 als Mitglied der christlich-sozialen Partei in den Gemeinderat gewählt
  • 1916 - 1919 Bürgermeister von Groß-Enzersdorf
  • 1919 in die konstituierende Nationalversammlung gewählt
  • 1920 - 1924 Nationalratsabgeordneter
  • 1922 - 1931 Landeshauptmann von Niederösterreich
  • 1931 - 1932 Bundeskanzler
  • 1933 - 1935 Finanzminister

Karl Buresch war in eine Reihe der größten Finanzskandale der 1. Republik verwickelt, unter anderem in den Phönix-Skandal 1936, bei dem er als „Nehmer“ galt.

Buresch verfolgte stets eine Konsenspolitik. Er feierte eine Reihe finanzpolitischer Erfolge. Als sein Größter gilt die „Trefferanleihe“ von 1933, die die Stabilität der Währung gewährleistete.
Besonders in der Periode von 1929 bis 1930 näherte sich Buresch politisch den Heimwehren an. Im Jahr 1932 startete er als Bundeskanzler eine Kampagne zur Wiedereinführung der Todesstrafe über eine Volksabstimmung, er scheiterte jedoch am Widerstand der Sozialdemokraten und der (noch) unzensierten liberalen und linken Presse.
Nach dem Bruch des Bündnisses mit den Großdeutschen führte er das Minderheitskabinett Buresch II, das im Mai 1932 demissionierte.
1936 wurde Buresch schließlich Gouverneur der Postsparkasse, ehe er sich noch am 16. September desselben Jahres in Wien das Leben nahm.

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